Verhaltensregeln im Wald - mit gutem Gewissen Reiten


Reiten ist eine schöne Möglichkeit für Kinder, direkten Kontakt zur Natur zu bekommen. Dabei ist es jedoch besonders wichtig, die geschriebenen und nicht geschriebenen Gesetze der Natur zu kennen. Sehr oft treffe ich selbst bei kurzen Ausritten besonders Jugendliche, die sich an diese Verhaltensregeln nicht halten können oder wollen. Das ärgert mich, denn es stört den natürlichen Gang der Dinge.

In diesem Blogbeitrag soll es mir daher darum gehen, diese ungeschriebenen Gesetze niederzuschreiben, die man auch mit einem eingeschränkten Kind immer beachten sollte.

Gegenseitige Rücksicht: von Mensch zu Mensch

  • Installationen ganz lassen. Was sich wie eine Selbstverständlichkeit anhört, ist für viele Jugendliche zur Zeit ein Problem. Also keine Schilder mitnehmen, Bänke beschmieren und so weiter.
  • Mit dem Pferd wird auf andere Waldbesucher gewartet, z.B. an Kreuzungen, außer, es wird einem anders und unmissverständlich zu Verstehen gegeben. Warum? Ein Pferd hat auf viele Menschen nicht nur eine majestätische, sondern auch einschüchternde Wirkung. Einfach vorbei zu reiten oder schwierige Situationen zu provozieren ist nicht im Sinne des Umsichtigen Pferdeliebhabers.
  • Hilf anderen, die in Not geraten sind. Immer wieder kommen Erwachsene und Kinder in Wäldern verloren, weil Sie sich verlaufen haben oder die Situation falsch eingeschätzt haben. Wenn Sie jemanden treffen, der sehr weit in einen Wald eingedrungenen ist, fragen Sie ruhig einmal nach, wo er hin will. Mit dem Pferd sind Sie sicher um einiges mobiler.
Gustav Marx Begegnung am See.jpg
Von Gustav Marx (1855–1928) - Düsseldorfer Auktionshaus, Gemeinfrei, Link

Die Tiere des Waldes im Hinterkopf behalten

  • Reiten Sie nicht am frühen Morgen oder späten Abend. Das gehört sich nicht. Ihr Pferd braucht genau so Ruhe wie die Tiere des Waldes.
  • Reiten Sie ohne Hund aus. Sicher ist es verlockend, seinen Hund mitzunehmen aber viele Waldbewohner werden von diesen gestört, besonders wenn sie einmal ausbüchsen. Und wie will man sich um Pferd und Hund gleichzeitig kümmern?
  • Im Winter, so wie jetzt, ist noch mehr Vorsicht walten zu lassen. Nicht nur die Unfallgefahr für das eigene Pferd ist enorm (gefrorene Böden!). Auch die Wildtiere sind geschwächt durch den Winter. Eine vermeintliche Flucht vor einem tief in den Wald eingedrungenen Pferd kann einem Tier das Leben kosten!
  • Vermeiden Sie Lärm. Sie haben selbst ein unglaublich schönes und sicher auch sensibles Tier unter Ihrer Verantwortung. Übertragen Sie Ihre Erfahrungen auf die anderen Waldbewohner!
  • Vermeiden Sie Müll. Nehmen Sie Tüten von der Rast wieder mit. Für ein Kind mit Kontinenzproblemen können Sie zum Beispiel Stoffwindeln kaufen.
  • In Naturschutzgebieten alle notwendigen Regeln beachten. In manche darf man nicht reiten!

Ich hoffe, mit meiner kleinen Auflistung all denen etwas mitgeben zu können, die sich gerne an die Gesetze des Waldes halten. Und sie vielleicht weitergeben möchten! Denken Sie immer daran: Jedes Kind ist ein Rohdiamant. Ohne Vorbilder und geeignete Prägung wird es sich nicht zu einem verantwortungsvollen Mitbürger entwickeln können!

Lara.